Irkutsk - Tschita
16/06/2005
12.455 km vom Startpunkt
Die Fahrt in Richtung Ulan-Ude schenkt uns neue Landschaften: wir verlassen die typisch sibirische Taiga, flach und von Birken übersät, um über von Pinien und Tannen begrünte Hügel zu streifen, auf unserer Linken immer begleitet vom majestätischen Baikalsee. Auf den Steigungen leidet der Cinquino ziemlich, und so nutzen wir die Gelegenheit um an zahlreichen Plätzen zu stoppen, an denen es ausgezeichneten Fisch gibt, der vor Ort geräuchert wird. Wir wechseln wieder die Zeitzone und erreichen Ulan-Ude gegen Mitternacht, wo uns ein junges Paar hilft, ein Hotel und einen sicheren Parkplatz zu finden (wie inzwischen üblich). Der Stolz Ulan-Udes ist der größte Lenin-Kopf Russlands oder, wie uns stolz mitgeteilt wird, der ganzen Welt…
Aber die Besonderheit der Stadt ist die Tatsache, dass es sich um die Hauptstadt der autonomen Republik Burjatien handelt. Ursprünglich bevölkerten die Burjaten, ein mongolischstämmiges Volk und traditionell Nomaden, die Region. Mit der Ankunft der Russen wurden sie sesshaft; die Sowjetisierung unterdrückte zum Teil den buddhistischen Glauben. Heute genießt Burjatien eine besondere Autonomie innerhalb der Russischen Föderation und ist das Zentrum des Buddhismus im ganzen Lande. Aus dem Zimmer unseres Hotels im zwölften Stock kann man den großen Kopf Lenins in surrealer Weise über dem Platz thronen sehen, während man zu seinen Füßen (!) das Jubiläum der Russischen Föderation feiert. Der Weg von Ulan-Ude nach Tschita ist zu weit für uns und den Cinquino, also legen wir eine Ruhepause in einem Dorf aus Holzhäusern ein, dessen einzige Gebäude das Rathaus, das Haus der Kultur und unser Hotel sind.
In Tschita
Jetzt befinden wir uns in Tschita. Wir legen einen Tag Verschnaufpause ein, um vor der langen Überfahrt nach Chabarowsk Energie zu tanken. Wir sind etwas beunruhigt, denn das Wenige, das wir über die Straßenverhältnisse erfahren, ist, dass es sich um eine 2.400 Kilometer lange Schotterstraße handelt, ohne Hotels und kaum andere Versorgungsmöglichkeiten. Wir wünschen uns, nicht beide Reserveräder und alle Benzinkanister einsetzen zu müssen! Vielleicht sind es die Ferne und die Isolation des Fernen Ostens Russlands (der "far east", wie sie ihn hier nennen) und die große Entfernung zu den anderen Städten, die uns Tschita wie eine Grenzstadt erscheinen lassen.
Als wir auf der M55 ankommen, kann man mit einem einzigen Blick das gesamte Städtchen umarmen, und ringsherum nur Steppe, so weit das Auge reicht. Seitdem wir Nowosibirsk verlassen haben, merken wir, dass die Modernisierungswelle, die sämtliche, bis dahin besuchte Städte bereits überrollt hat, langsam abebbt. Wir sind schon ganz gespannt auf Chabarowsk und Wladiwostok, die aufgrund der Nähe zu und des Handels mit Japan mehr japanisch als europäisch angehaucht sind.
In den kommenden Tagen werden wir keine Möglichkeit haben, uns mit dem Internet zu verbinden… wir hören uns so bald als möglich!/p>













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